Jahresbericht

Zweites Jahr der Pandemie

Die Arbeit der Stiftung hat sich im zweiten Jahr der Pandemie im Vergleich zum Vorjahr nicht gross verändert. Die Zahl der Gesuche blieb mehr oder weniger auf dem gleichen Niveau. Feriengesuche, die langsam wiederkamen, konnten teilweise wieder an den Nachlass Probst, verwaltet von der Pro Mente Sana, weitergeleitet werden. Ich vermute, dass durch die Pandemie viele psychisch angeschlagene Menschen ganz grundlegend um den Erhalt ihrer Gesundheit und Stabilität besorgt waren und weniger Zeit und Kraft für zusätzliche Wünsche hatten. Der Auszahlungsbetrag pendelte sich mehr oder weniger auf dem Niveau der Vorjahre ein. Es mussten neue Flyer nachgedruckt werden, der Inhalt wurde leicht verändert und angepasst. Die technischen Grundlagen und Sicherheitseinstellungen unserer Website mussten grundlegend überarbeitet werden. Der äussere Auftritt blieb derselbe.

Dank an alle Spenderinnen und Spender

Die Zürcher Stiftung für psychisch Kranke bedankt sich herzlich bei allen Spenderinnen und Spendern, die auch in dieser schwierigen Zeit an unsere Stiftung gedacht haben. Eine Spende kam von einer Privatperson. Eine katholische Kirchgemeinde (Wetzikon) hat eine Kollekte erhoben zugunsten unserer Stiftung. Die überwiegende Zahl der Spenden kam von insgesamt 12 reformierten Kirchgemeinden (Bülach, Egg, Eglisau, Erlenbach, Glattfelden, Herrliberg, Hombrechtikon, Kilchberg, Küsnacht, Meilen, Oberwinterthur, Otelfingen). Diese Spenden setzten sich zusammen aus Gottesdienstkollekten und, teilweise zusätzlich, aus Vergabungen aus dem Spendgut der Kirchgemeinden. Überraschend war die zweimalige Spende von Mitarbeitenden der Veritas Investment Management AG. Die Firma ist über eine Internetsuche auf unsere Stiftung gestossen. Die Spenden betrugen insgesamt Fr 16’732.50.

Hilfeleistungen der Zürcher Stiftung für psychisch Kranke

Bearbeitete Gesuche 104 (97, 138, 106)
Abgelehnte Gesuche 39 (32, 62, 40)
Bewilligte Gesuche für Einzelpersonen 50 (48,57, 56)
Bewilligte Gesuche für Institutionen 5 (6, 7, 10)
Weitergeleitete (und bewilligte) Gesuche 8 (11, 12, 0)
Rückzahlungen 2 (0, 1, 1)
Legende Zahlen: 2021 (2020, 2019, 2018)

Die Gesamtausgaben unserer Hilfstätigkeit betrugen Fr 58'180 (2020: Fr 62'394, 2019: 58’146.75 Fr, 2018: 56’002.00 Fr). Davon wurden Fr 3’300 (2020: Fr 7'500, 2019: Fr 4'300) an verschiedene Institutionen und Fr 3'000 (2020: 6'000, 2019: Fr 5'000) als Handgeld an eine psychiatrische Klinik ausgezahlt.

Bewilligte Gesuche für Einzelpersonen

Begünstigt wurden jeweils 25 Frauen und Männer im Alter von 24 bis 69 Jahren. 14 Gesuche betrafen den öffentlichen Verkehr. Siebenmal wurde Geld für den Kleidungskauf gesprochen. Unter anderem wurden verschiedene Kurse (Kunst, Sport, Achtsamkeit), der Besuch von Fitnessstudios, Ausgaben im Rahmen von Umzügen, der Kauf von Einrichtungsgegenständen und Brillen und Ausgaben für Zahnbehandlungen und Tierarztkosten unterstützt.

Bewilligte Gesuche für Institutionen

An den Sozialdienst der Integrierten Psychiatrie Winterthur wurde Handgeld ausbezahlt. Damit können vor Ort und ohne grösseren Aufwand kleinere Beträge bis zu maximal Fr 100.00 ausbezahlt werden. Bei anderen Institutionen haben wir einen Beitrag geleistet unter anderem für ein Theatertraining, ein Sportwochenende und einen Betriebsausflug.

Abgelehnte Gesuche

Die Gründe für die Ablehnung von Gesuchen waren vielfältig. Grundsätzlich übernehmen wir keine Ausgaben für Psychotherapien, Ausbildungen, Medikamente oder Personen ohne Bezug zum Kanton Zürich. Oft fehlten Unterlagen oder die Situation blieb unklar. Teilweise war aus unserer Sicht eine umfassende Schuldenberatung notwendig, bevor wir tätig werden konnten. Einige Male wurden andere Geldgeber gefunden oder die finanzielle Situation hat sich während des Bearbeitungsprozesses erfreulicherweise verbessert. Dreimal mussten wir ein Gesuch ablehnen, weil für die zu begünstigende Person in der letzten Zeit zu viele Gesuche bei unserer Stiftung gestellt worden waren.

Weitergeleitete Gesuche und Rückzahlungen

Zwei Gesuche aus dem Bezirk Meilen konnten wir an die Gemeinnützige Gesellschaft Meilen weiterleiten. Sechs Feriengesuche verschickte ich an den Nachlass Probst, der von der Pro Mente Sana verwaltet wird. Das entlastete unser Ausgabevolumen um Fr 9’087.05 (2020: Fr 13'988.89, 2019: Fr 15’099.65). Wir danken herzlich den beteiligten Einrichtungen! Die Ausgaben für zwei Gesuche im Gesamtbetrag von Fr 2'500.00 wurden rückerstattet.

Stiftungsrat und Stiftungsbeirat

Die jährliche Stiftungsratssitzung musste einmal mehr wegen der Pandemie per Zirkulation abgehalten werden. Wir hoffen sehr, dass wir uns in diesem Jahr wieder persönlich treffen können. Die Zusammensetzung des Stiftungsrates blieb unverändert. Die Zusammenarbeit blieb äusserst angenehm, kompetent und effizient.

Aus dem Stiftungsbeirat wurden keine Änderungen mitgeteilt.

Vermögenslage

Das Gesamtvermögen der Zürcher Stiftung verringerte sich um Fr -48’987 (2020: Fr +119'135, 2019: Fr -5’946.52) auf 1'231’483 (2020: Fr 1'280'461, 2019: Fr 1‘161‘326) bei einem Spendenertrag von Fr 16'732.50 (2020: Fr 150'925, 2019: Fr 11'292.74) und einem Verlust der Anlagen von Fr -6’431 (2020: Fr +35'218. 2019: Fr +46'240.89).

Dank

Allen Mitgliedern des Stiftungsrates und des Stiftungsbeirates sei ganz herzlich gedankt für ihr grosses ehrenamtliche Engagement, ohne das die Arbeit unserer Stiftung zum Wohle vieler psychisch Kranker in unserem Kanton nicht möglich wäre.

Zürich, 04. April 2022
Pfarrer Markus Felss, Präsident