Der Jahresbericht 2016

Die weiterhin grosse Anzahl der Gesuche an die Zürcher Stiftung für psychisch Kranke (148) zeigt, dass unsere Unterstützung für die Zielgruppe von bedürftigen psychisch kranken und beeinträchtigten Menschen im Kanton Zürich nach wie vor wichtig ist. Oftmals finden diese Menschen für ihre Anliegen keine weiteren Geldgeber, die ihre besondere Situation im Blick haben. Bei grösseren Beträgen sind wir gerne bereit, unseren anteilsmässigen Beitrag zu leisten, wenn das Anliegen unserem Stiftungszweck entspricht. Unser mehrschichtiges Verfahren zur gründlichen und gewissenhaften Prüfung der Gesuche hat sich bewährt.

Stiftungsrat
Am 30. Mai und am 28. November fanden zwei Stiftungsratssitzungen statt. Im Stiftungsrat gab es im Jahr 2016 erfreulicherweise keine Änderungen. Die Zusammenarbeit ist von gegenseitigem Respekt, grosser Sachkenntnis und engagiertem Interesse für die Anliegen unserer Stiftung geprägt.

Stiftungsbeirat
Nach dem Rücktritt von Constantine Bobst bei der VASK ist jetzt der Vize-Präsident, Guido Cueni, im Stiftungsbeirat. Sabine Schläppi hat die Geschäftsleitung bei Pro Mente Sana abgegeben, verbleibt aber im Stiftungsbeirat als Geschäftsleiterin der Föderation Schweizer Psychologinnen und Psychologen.

Gesuche
Wie bereits erwähnt, gingen im Jahre 2016 insgesamt 148 (2015: 142) Gesuche bei der Stiftung ein. Davon wurden 76 (93) Gesuche für Einzelpersonen und 13 (13) Gesuche von Institutionen bewilligt.

Mehrfach wurden Beiträge für Ferien (9-mal), Tickets für den öffentlichen Verkehr (8-mal), Hilfsmittel (unter anderem Brille, Hörgerät, orthopädische Schuhe: 6-mal), Fitnessabos (4-mal) und Umzüge, Räumungen und Reinigungen von Wohnungen (4-mal) ausgezahlt.

Ausserdem wurden verschiedene Gesuche zur Unterstützung der Freizeitgestaltung bewilligt. Es handelte sich dabei um Beträge für den Musikunterricht, zur Teilnahme an einem Malatelier, für Kunstmaterial, für ein privates Buchprojekt oder für die Teilnahme an Kursen verschiedenster Art (9-mal).

An Einzelpersonen wurden Vergabungen in der Höhe von insgesamt 62‘221.70 CHF (2015: 79‘456.20) ausgezahlt. Sechs psychiatrische Einrichtungen wurden mit insgesamt 14‘000.00 CHF für ihr Handgeld bedacht (2015: 14‘157.00). Weitere Institutionen erhielten 7‘080.00 CHF (14‘920.00).

Der Stiftungsrat hat beschlossen, dass Dolmetscherdienste bei therapeutischen Behandlungen generell nicht übernommen werden. Sie sind aus seiner Sicht Bestandteil der Behandlung und liegen in der Verantwortung der behandelnden Institution oder Fachperson.

Ein weiterer Beschluss des Stiftungsrates betrifft Begünstigte mit Vermögen. Bis 6000.00 CHF können Gesuche vollständig bewilligt werden. Bei Vermögen bis 12‘000.00 CHF wird ein Eigenbeitrag erwartet. Bei Vermögen über 12‘000.00 CHF wird kein Geld ausgezahlt.

Spenden
Dieses Jahr wurden von der WSO-Stiftung aus Oetwil am See 20‘000 CHF gespendet. Eine private Spenderin bedachte die Stiftung mit 100 CHF. Zu denken gibt die Entwicklung des Stiftungsvermögens. Lange konnten die Auszahlungen aus den Zinsen und Wertsteigerungen des Stiftungsvermögens getragen werden. Durch den starken Rückgang der Erträge wird für die Zuwendungen seit einigen Jahren auch das Stiftungskapital verwendet. Die Statuten der Stiftung erlauben eine Auszahlung bis maximal 10% des in der Bilanz am Ende des Vorjahres ausgewiesenen Stiftungsvermögens. Wenn allerdings das Vermögen weiterhin in diesem Masse abnimmt, muss der Stiftungsrat die Zuwendungen bald substantiell einschränken. Das wird vor allem die bedürftigen psychisch kranken Einzelpersonen schmerzlich treffen. Angesichts dieser Situation hat der Stiftungsrat die Suche nach Sponsoren aufgenommen. Die Stiftungsbeiräte werden regelmässig um Mithilfe gebeten. Das Gespräch mit erfahrenen Experten/innen wurde schon gesucht. Es ist noch offen, ob wir externe Hilfe auch gegen Bezahlung in Anspruch nehmen wollen.

Vermögenslage
Das Gesamtvermögen der Zürcher Stiftung reduzierte sich um 57‘880.46 CHF (2015: 150‘034.64) auf 1‘277‘679.97 CHF (1‘335‘560.43) bei einem Spendenertrag von 20‘100 CHF (15‘500), einem Finanzertrag von 15‘496.47 CHF (15‘323.75), einem Verwaltungsaufwand von 6‘305.59 CHF (7‘277.00) und einem Finanzaufwand von 3869.64 CHF (60‘048.19 v.a. Kursverluste durch die Abwertung des Euros).

Dank
Wir danken herzlich allen Mitgliedern des Stiftungsrates für ihr grosses Engagement. Den Stiftungsbeiräten sei gedankt für die wohlwollende und unterstützende Begleitung der Anliegen und Geschäfte unserer Stiftung. Allen liegt die besondere Situation von psychisch kranken und beeinträchtigten Menschen am Herzen, die leider immer noch sehr oft mit Stigmatisierungen zu kämpfen haben.

Zürich, 03. April 2017

Markus Felss
Präsident

Hanspeter Flury
Vize-Präsident